Das Buch des Monats

Unter dieser Rubrik präsentieren wir jeden Monat ein Werk unserer Bibliothek, das in ästhetischer, bibliografischer oder historischer Hinsicht einen besonderen Stellenwert besitzt.

  

 

Unsere Zeitschriften

Für August 2020 haben wir das Repertorium für Pharmacie gewählt, eine der wenigen Zeitschriften unseres immensen Bestands an Periodika, die bereits katalogisiert ist. Unsere Bibliothek besitzt nämlich eine sehr reiche Sammlung an wissenschaftlichen Journalen des 19. und des Beginns des 20. Jahrhunderts, die vorwiegend im Berner Pharmazeutischen Institut den Forschenden zur Verfügung standen. Mehr als 600 Titel, die mehreren hundert Laufmetern entsprechen, bilden eine kostbare Quelle für die Geschichte der Pharmazie. Sie werden gegenwärtig analysiert und wir hoffen bald eine dauerhafte Lösung für sie zu finden.

Währendem bis zur Gründung im Jahre 1848, der «Mittheilungen des Schweizerischen Apotheker-Vereins», Vorfahre des PharmaJournals, die Schweizer Apotheker naturwissenschaftliche und medizinische oder ausländische pharmazeutische Zeitschriften benutzen mussten, gab es bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts sowohl in Deutschland wie in Frankreich pharmazeutische Periodika. Das «Journal de la Société des pharmaciens de Paris» wurde 1797 gegründet und besteht heute noch nach verschiedenen Namensänderungen unter dem Titel «Annales pharmaceutiques françaises». Unsere Bibliothek ist reich an zahlreichen Bänden des französischen Journals. Ab 1780 erschien in Weimar der «Almanach oder Taschenbuch für Scheidekünstler und Apotheker», eine Publikation, die unsere Bibliothek ebenfalls besitzt.


Das Repertorium

Das Repertorium für Pharmacie gehört zu einer zweiten Welle der Schaffung pharmazeutischer Zeitschriften. Herausgegeben wurde es ab 1815 in München unter der Leitung des Münchner Apothekers Johann Andreas Buchner und wurde rasch die verbreitetste pharmazeutischen Zeitschrift in Deutschland. Ab 1852 trug die Publikation den Titel «Neues Repertorium für die Pharmacie» und wurde bis 1876 von Buchners Sohn, Ludwig Andreas, ebenfalls Apotheker, veröffentlicht. 

Das Repertorium enthält einige Publikationen Schweizer Apotheker, wie zum Beispiel diejenige des Berner Johann Samuel Pagenstecher über die Spiraea Ulmaria.

Unser Bestand:

Katalogisiert wurden bereits die Jahrgänge von 1815 bis 1851 (Signatur IMG PH Z 1 P). Unter den Titel «Neues Repertorium für die Pharmacie» besitzt unsere Bibliothek alle Jahrgänge von 1852 bis 1876 (noch nicht katalogisiert).



Literatur:

Friedrich, Christoph: Französisch-deutscher Wissenschaftstransfer in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Zeitschrift "Repertorium für die Pharmacie". Revue d'histoire de la pharmacie, 84, 1996. Actes du XXXIe Congrès International d'Histoire de la Pharmacie (Paris, 25-29 septembre 1995), 318-323.

Ledermann François: La contribution des pharmaciens aux revues scientifiques suisses au début du XIXe siècle. Colloque international, La presse pharmaceutique dans le monde de sa naissance à 1900, Paris, 1990, Actes, Paris, 1990, 1–13.

Zerobin, Claudia: Drei Berner Apotheker des 19, Jahrhunderts: Johann Samuel Pagenstecher, Carl Abraham Fueter, Leonhard Christian Müller. Bern, 1994 (Veröff. Schweiz. Ges. Gesch. Pharm., Bd. 13).