Das Buch des Monats

Unter dieser Rubrik präsentieren wir jeden Monat ein Werk unserer Bibliothek, das in ästhetischer, bibliografischer oder historischer Hinsicht einen besonderen Stellenwert besitzt.

  

 

Bier und Pharmazie

Zahlreich sind in unserer Bibliothek die Bücher und Dokumente, die die diversen Facetten der Vergangenheit der Pharmazie analysieren und illustrieren. Sie werden unter der Kategorie "H" katalogisiert. Auffällig ist auch der Bestand an Dissertationen, die unter der Kategorie D katalogisiert werden. Es freut uns ganz besonders, dass unsere Stiftungsrätin Sara Ruppen uns ihre soeben als Druck erschienene Dissertation geschenkt hat. Das stattliche Buch von 613  Seiten ist in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft Stuttgart  als Nr. 124 in der Reihe "Quellen und Studien zur Geschichte der Pharmazie" erschienen und trägt den Titel:

 

Brauer und Apotheker – eine seltsame Personalunion. Ein Beitrag zur pharmazeutischen Geschichte des Bieres 

 

Hier eine Beschreibung des Inhalts, wie ihn die Umschlagseite des Buches darstellt:

„In Apothecken werden bisweilen die braune[n] Biere als ein Menstruum, statt Wassers, gebraucht, um Infusa & Decocta damit zu machen.“ Diese Aussage des Berliner Hofapothekers Caspar Neumann lässt aufhorchen, erwähnt er hier  doch das Bier als ein Mittel zur Herstellung von Arzneimitteln. Aus heutiger Sicht erscheint dies fragwürdig, da wir um die schädigende Wirkung des Alkohols wissen. Aber wie war dies früher? Und welche Rolle spielte das Bier im Leben der Apotheker, der Arzneimittelhersteller? Diese Frage führt zu einem spannenden Ansatz, wie die Braugeschichte untersucht werden kann, aus Sicht einer spezifischen Berufsgruppe, in diesem Fall der Apotheker. Dazu wurden zahlreiche Primär- und Sekundärquellen, wie pharmazeutische Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Lehr-, Hand- und Arzneibücher, Pharmakopöen, Matrikel und Laborberichte, ausgewertet. Die vorliegende Studie zeigt, dass das Bier den Apothekern auf verschiedenste Weise in ihrem Alltag begegnete: Bier diente zur Herstellung oder zur Einnahme von Arzneimitteln; es war oft Aufgabe der Apotheker, die Zusammensetzung des Bieres und das Vorhandensein unerlaubter Zusätze zu bestimmen; einige Apotheker wechselten ihren Beruf und gründeten Brauereien oder sogar Braulehrschulen. Die Bearbeitung der Frage, welche Bedeutung das Bier für die Apotheker hatte, lieferte einige neue Erkenntnisse, die Wissenslücken der Brau- und Pharmaziegeschichte schliessen und Impulse für weitere Untersuchungen geben.

 

Aus dem Inhalt: Medizinische Verwendung von Bier, Medizinalbiere, Herstellung der Medizinalbiere, Bier in Pharmakopöen, Arznei-, Lehr-, Hand- und Rezeptierbüchern, Bier in der Alchemie, Bier in pharmazeutischen Fachzeitschriften, Gesundheitsbiere, Condensed Beer, Biere, die Geheimmittel waren, Zusatzstoffe von Bier wie Pikrinsäure, Pikrotoxin, Tollkirsche, Arsen, Salicylsäure, Süssstoffe oder Faulbaumrinde im Bier, Analytik des Bieres, Pharmazeuten, die für die Entwickung der Brauwissenschaften Bedeutendes leisteten, wie Carl Lintner, Max von Pettenkofer, Cajetan Georg Kaiser, Sigismund Friedrich Hermbstaedt, Ludwig Andreas Buchner, Georg Dragendorff, Oscar Dietzsch, Robert Stierlin-Hauser oder Albert Doemens.

 


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Das Buch kann bei unserer Stiftung bestellt werden. Im Buchhandel kostet das Buch um die 50 Franken, Besucher dieser Seite bekommen es zu einem Vorzugspreis von 44 Franken, inklusiv Porto und Verpackung (Lieferung in die Schweiz). Die Bestellung bitte mailen an info@hbsp.ch.