Das Buch des Monats

Unter dieser Rubrik präsentieren wir jeden Monat ein Werk unserer Bibliothek, das in ästhetischer, bibliografischer oder historischer Hinsicht einen besonderen Stellenwert besitzt.

De l’art, des remèdes à la science. Fragments d’histoire pharmaceutique, sous la direction de Camille Jolin. Avec une préface de Karine Wolf-Thal, présidente du conseil national de l’Ordre des pharmaciens. Quetigny. Ed. Faton, 2025. ISBN 978-2-87844-388-2.

 


Die französische nationale Apothekerkammer besitzt in Paris in der Nähe des Parc Monceau einen Gebäudekomplex, der früher insbesondere der Familie Menier, den Schokoladenherstellern, gehörte. Die Gebäude beherbergen eine beeindruckende Sammlung zur Geschichte der Pharmazie, die ihre Konservatorin Camille Jolin zusammen mit einer Reihe von Kollegen in einem kürzlich erschienenen Werk beschreibt. Es ist schön zu sehen, dass ein Berufsverband, noch dazu ein so bedeutender, dem pharmazeutischen Erbe so viel Aufmerksamkeit schenkt. Es wäre wünschenswert, dass die Schweiz und unser Dachverband dasselbe tun würden! Denn ein Berufsstand wie der des Apothekers braucht zu seiner Verteidigung und Weiterentwicklung zwar professionelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Argumente, aber vor allem auch ein Netz aus Wurzeln, Traditionen und Orten der Erinnerung. Und davon ist die Schweiz reich, wie unsere Bibliothek ausführlich zeigt.

Gedruckt auf Hochglanzpapier, mit zahlreichen Farbabbildungen, die einen kurzen, aber informativen Text begleiten. Fünf große Kapitel behandeln in chronologischer Reihenfolge die Entwicklung der Pharmazie, insbesondere in Frankreich. Ihnen gehen Überlegungen zum Sitz der Apothekerkammer und zur Geschichte des Museums, das als Bibliothek begann, voraus!

Ohne hier alle Reichtümer dieses Werks beschreiben zu können, lassen sich dennoch einige Elemente erwähnen. Der Theriak beispielsweise wird von Marie Tanneau beschrieben, Autorin einer Doktorarbeit über dieses polypharmazeutische Präparat, dessen Gefäss, in dem es aufbewahrt wurde, das Titelblatt ziert. Siehe Abbildung. Texte und Bilder verbinden auf intelligente Weise die Entwicklung der Pharmazie und die des Berufsstandes. In Häppchen werden zahlreiche Informationen über die Heiligen Cosmas und Damian und den Apotheker Christus, über die Pest, über den Übergang vom Begriff „apothicaire” zu „pharmacien”, über neue galenische Formen, über die Etymologie des Gewichts „Skrupel” und über Impfungen vermittelt, alles umrahmt von wunderschönen Illustrationen. Einige Titelblätter aus der Bibliothek der Kammer zeugen von deren Reichtum. Und wir können uns nur wünschen, dass es in Zukunft zu einer Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Institutionen kommt!