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Verleihung des "Angelo Beccarelli"- Preises 2024 an François Ledermann

Am Kongress der italienischen Akademie für Geschichte der Pharmazie, der anfangs Mai in Pesaro an der adriatischen Küste stattfand, wurde unser Präsident, Prof. François Ledermann mit dem ersten Angelo Beccarelli Preis für ein ganzes Leben im Dienst der Geschichte der Pharmazie ausgezeichnet.

 

Angelo Beccarelli war Präsident der Italienischen Akademie für für Geschichte der Pharmazie. Er ist am 29. Dezember 2022 plötzlich verstorben. Der 69-jährige Apotheker aus Varedo in der Provinz Monza war im Juni 2021 für eine neue dreijährige Amtszeit an die Spitze der Akademie berufen worden. Als grosser Kenner der Pharmaziegeschichte hatte Beccarelli zusammen mit seiner Frau Annamaria den 45. Internationalen Kongress für Pharmaziegeschichte, der 2022 in Mailand stattfand, organisiert. Als Mann mit vielen Facetten und vielfältigen Interessen war er ein leidenschaftlicher Sammler und Bibliophiler.

 

1953 in Mailand geboren, wo er auch Pharmazie studiert hat und 1976 als Doktor der Pharmazie abschloss, eröffnete er 1984 zusammen mit seiner Frau eine eigene Apotheke in Varedo, im Norden der lombardischen Hauptstadt. Er ist 1993 der Italienischen Akademie für Geschichte der Pharmazie beigetreten und wurde ab 2014 deren Präsident. Er nahm an nationalen und internationalen Kongressen zur Geschichte der Pharmazie teil.  Angelo Beccarelli hielt an verschiedenen Schulen und Universitäten Kurse über die Geschichte der Pharmazie. Seit längerer Zeit förderte er nachdrücklich die "Erfassung alter Apotheken in Italien", mit der Durchführung von Ausstellungen und der jährlichen Veröffentlichung eines Kalenders. Unsere Bibliothek ist im Besitz sämtlicher Kalender der AISF und sie können nach Voranmeldung konsultiert werden. Angelo Beccarelli hat auch 2015 in Mailand das Historische Museum der Italienischen Akademie für Pharmaziegeschichte gegründet. 

 

Auch mit der Geschichte der Pharmazie in der Schweiz und mit verschiedenen ihren Vertretern, war Angelo Beccarelli verbunden. Er hat zum Beispiel vor fünf Jahren in Bern am Symposium «Zur Vielsprachigkeit in der Pharmaziegeschichte» mit einem schönen Vortrag über Brugnatelli gesprochen, ein Text, der später in den Akten des Kongresses veröffentlicht wurde. Mit seiner Frau Annamaria, die ebenfalls Apothekerin ist und die Offizin in Varedo im Norden von Mailand mit ihrem Sohn weiterführt, bildeten sie ein beispielhaftes Ehepaar mit vielen geteilten Leidenschaften. 

 

Mit dieser Verleihung wird die ganze Geschichte der Pharmazie in der Schweiz geehrt, auch unsere Bibliothek, deren mannigfaltige Aktivitäten, mit den Leidenschaften von Angelo Beccarelli manche Gemeinsamkeiten teilt.

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